| Biografiearbeit in der Pflege |
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Das Integrative Pflegekonzept von Maria Riedl baut die Pflege auf der Biografie von Menschen auf. Die Identität, das Selbstwertgefühl eines Menschen, ist fundiert auf seinen Aussagen, seinen Stories, die er in seiner sozialen Umgebung erzählt und den Interaktionen mit seiner sozialen Umgebung dazu. Biografiearbeit dient hauptsächlich dazu, die Identität, das Selbstwertgefühl eines Menschen, zu erhalten oder zurückzugeben.
Biografiearbeit hat als Ziel, Menschen verstehen zu lernen, um aus den erhobenen Daten Rückschlüsse für die Begleitung im Alter zu ziehen. Das IPK betont die Interaktion (Biografiearbeit als Kommunikation und darauf basierende aktivierende Pflege) und die Umgebung (das System von sozialen, biologischen und ökonomischen Beziehungen). Als Konzept bietet es weitgehende Anleitungen (in den 6 Kursmodulen enthalten) und geeignete Formulare für die Planung. Es ist richtig, die Biografie bei der Aufnahme eines Betagten ins Heim zu erheben. Der alte Mensch fühlt sich ernst genommen und wichtig - an diesem einen Tag. Wird die Biografie abgelegt und nicht fortgeführt, geschieht die größte Respektlosigkeit vor dem Leben des alten Menschen. Wo die Biografie einmal erhoben und dann abgelegt wird, wird damit gleichsam der Grabstein gemeißelt, der alte Mensch konserviert und lebendig begraben. Er ist ins Heim gekommen, um zu leben und seine Biografie weiterzuschreiben. Selbst die Biografie von gestern kann sich heute schon ein wenig verändert haben. Die Biografie ist eine Grundlage, ein erster Einstieg in die tägliche Identitätsarbeit. Der Erhalt einer tragfähigen Identität kann den Lebenssinn erhalten, den Lebenswillen und vielleicht auch die Lebensfreude. (lr) |




