Identitätsarbeit - ganzheitliche Pflege im IPK PDF Drucken E-Mail

Das Integrative Pflegekonzept legt den Schwerpunkt auf die Identitätsarbeit mit alten Menschen. Warum ist Identität für die Menschen unverzichtbar?

In der Filmkomödie "Overboard - Ein Goldfisch fällt ins Wasser" (USA 1987, Drehbuch Leslie Dixon) verliert die reiche Joanna durch einen Unfall ihr Gedächtnis, sie weiß nicht mehr, wer sie ist und wohin sie gehört.

Was würden Sie tun, wenn Ihnen das passierte? Ohne ihre Erinnerungen, ohne ihre Identität würden Sie auf eine rastlose Suche nach Ihrem bisherigen Leben gehen und die kleinsten Hinweise darauf detektivisch verfolgen. - Was suchen demente Bewohner, wenn sie durch alle Gänge und Zimmer des Seniorenheims irren?

Das Integrative Pflegekonzept sieht den Menschen als soziales Wesen in seinem sozialen, kulturellen, biologischen und ökonomischen Umfeld. Besondere Wichtigkeit hat die Kommunikation mit dem sozialen Umfeld, aus der sich durch Selbstattribution und Fremdattribution die Identität des Menschen ergibt.

Eine tragfähige Identität wird nur durch regelmäßige Kommunikation mit dem sozialen Umfeld aufrecht erhalten. Daher baut das Integrative Pflegekonzept Hilfen und Anleitungen zur gelungenen Kommunikation mit den betreuten Menschen in ihren Kursreihen zentral ein.

In dieser Sicht könnte man das Integrative Pflegekonzept IPK bei den Interaktionsmodellen der Pflege einordnen. Die Betonung der Identitätsarbeit ist das Neue und Wesentliche dieser Sicht von Pflege und Betreuung. Die Identität wird aus den Erlebnissen in der Biografie gebildet, und wirkt dynamisch auf den weiteren Lebensweg ein. Ohne Identitätsarbeit kann die Identität einer Person verschwimmen und damit der Lebenssinn verschwinden. Wir meinen: Bei der ganzheitlichen Pflege müssen alle Aspekte der Abbildung berücksichtigt und eingearbeitet werden.