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Einige Fachbegriffe AutonomieAlte Menschen sollen autonom (selbstbestimmt) leben können. Autonomie im wörtlichen Sinn ist in keiner Gesellschaft möglich (autos = selbst, nomos = Gesetz). Wer kann nur nach den eigenen Gesetzen leben? H. Petzold bevorzugt den Begriff "souverän". "Souveränität wird von mir verstanden als im 'Handeln um Grenzen' mit Anderen 'ausgehandelte' Souveränität" (Petzold 2003, S. 175). Wichtig ist jedenfalls, dass dem alten Menschen nicht alle Entscheidungen über sein eigenes Leben abgenommen werden, er will nicht "gelebt werden", sondern die eigene Entscheidungskompenz behalten. BiografieBiografie (altgriech. bios = Leben; graphein = schreiben) bedeutet Niederschrift der Lebensgeschichte. "Lebensgeschichte (Biographie) wird aus dem vom Individuum und den Menschen seines Kontextes gemeinsam gestalteten Lebensvollzug extrahiert, ... (H. Petzold 2003, S. 184). Petzold hat sich schon seit 1964 mit Lebensgeschichten von Bewohnern eines Altersheims beschäftigt und darüber 1965 geschrieben. (siehe Petzold 2003, S.180). Die Arbeit mit der Biografie steht im IPK an entscheidender Stelle, um die Identität eines alten oder dementen Menschen zu erhalten. Siehe IPK Band 3. EpigenetikGene geben ihre Informationen nicht nur durch Vererbung weiter, sondern unterliegen einer ständigen Regulation ihrer Aktivitäten, das gilt vor allem für die Gene der Kreislauf-, Blutzucker-, Hormon- und Stressregulation. Beinahe alles, was das Immunsystem zur Infekt- und Krebsabwehr leistet, hängt nicht vom 'Text', sondern der Regulation der Gene ab. Bauer Joachim zeigt in 'Das kooperative Gen' (2008) auf, dass "Gene in ihrer Aktivität fortlaufend durch Umweltfaktoren und Lebensstile reguliert werden und dies den weitaus grössten Einfluss darauf hat, ob wir gesund bleiben..." EthikEthik (altgriech. ethiké = das sittliche Verständnis) ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit Gewohnheiten, Sitten und Gebräuchen (ethos). Die Ethik soll Richtlinien für gutes und schlechtes Handeln und die Bewertung der Motive und Folgen aufstellen. H. Petzold spricht von einer Ethik der Konvivalität, des guten Miteinanderlebens, des Engagements für die Integrität von Menschen, Gruppen, Lebensräumen (Petzold 2003, S. 155). Bauer Joachim stellt in 'Prinzip Menschlichkeit' (2008b) Kommunikation und Kooperation als die zwei wichtigsten Prinzipien von Menschen und allen lebenden Systemen dar. Identitätist die Kombination der Merkmale, anhand deren sich ein Individuum von anderen unterscheiden und damit identifizieren lässt (lat. idem = derselbe, der Gleiche). Im psychischen Bereich wird Identität als die Erfahrung der Einzigartigkeit der Person und des Gleichbleibens über die Lebenszeit trotz aller Veränderungen gesehen.
IPK, Integratives Pflegekonzept
Pflegediagnose"Eine Pflegediagnose ist die klinische Beurteilung von Erfahrungen/Reaktionen von Einzelpersonen, Familien oder sozialen Gemeinschaften auf aktuelle oder potentielle Probleme der Gesundheit/im Lebensprozess. Pflegediagnosen bilden die Basis für die Wahl von Pflegeinterventionen, um Ergebnisse zu erzielen, für welche die Pflegeperson verantwortlich ist." - (NANDA international 2010) "Unter einer Pflegediagnose wird in ENP ein sprachlicher Ausdruck für eine professionelle Beurteilung pflegerelevanter Aspekte, des Gesundheitszustands und dessen psychischen, physiologischen und entwicklungsbedingten Auswirkungen oder der Reaktion auf Gesundheitsprobleme bei einem konkreten Individuum (Betroffenen) verstanden, auf dessen Grundlage die Entscheidungen über Pflegeziele und Interventionen getroffen werden." - European Nursing Care Pathway (ENP) IPK Band 4 enthält zum Integrativen Pflegekonzept passende Pflegediagnosen. Unnötige Fremdwörter wurden vermieden, die körperlichen Lebensbereiche und die psychischen Elementarfunktionen einschließlich Risikodiagnosen wurden möglichst einfach formuliert. Sie umfassen dennoch alle Pflegebereiche und sind durch die Verknüpfungen untereinander und die Begründungen sehr aussagekräftig. LiteraturverzeichnisBauer, Joachim (2008): Das kooperative Gen. Abschied vom Darwinismus. Hoffmann und Campe Bauer, Joachim (2008b): Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus kooperieren. Heyne Verlag Leitner, Marina (2001): Ein gut gehütetes Geheimnis: Die Geschichte der psychoanalytischen Behandlungs-Technik von den Anfängen in Wien bis zur Gründung der Berliner Poliklinik im Jahr 1920. Psychosozial-Verlag, Gießen Freud, Sigmund (1969): Darstellungen der Psychoanalyse. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt Petzold, Hilarion (1999): Die Mythen der Psychotherapie. Verlag Junfermann, Paderborn Petzold, Hilarion (2001): Wille und Wollen, Psychologische Modelle und Konzepte. Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen Petzold H. (1985): Mit alten Menschen arbeiten. München, Pfeiffer. (Erweiterte Neuausgabe in 2 Bd. 2005. Stuttgart, Pfeiffer bei Klett-Cotta) Petzold H. et al. (2003): Lebensgeschichten erzählen. Biographiearbeit - Narrative Therapie - Identität. Paderborn, Junfermann Verlag Petzold H. & Müller Lotti (2005): Supervision in der Altenarbeit, Pflege & Gerontotherapie. Paderborn, Junfermann Verlag Riedl M. (2006): Integratives Pflegekonzept. Band 1: Grundlagen. Norderstedt, Books on demand Riedl M. (2006): Integratives Pflegekonzept. Band 2: Zeit- und Kulturgeschichte. Norderstedt, Books on demand Riedl M. (2006): Integratives Pflegekonzept. Band 3: Pflegeprozess. Norderstedt, Books on demand Riedl M., Sachs-Ortner E., Hopfgartner I., Krapinger S. (2008): Integratives Pflegekonzept. Band 4: Pflegediagnosen. Norderstedt, Books on demand Riedl M. (2006): Integratives Pflegekonzept. Band 5: Leben bis zuletzt. Norderstedt, Books on demand
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