|

Am 1. Oktober wurde zur offiziellen Eröffnung nach dem Umbau des Marienheimes in Spittal an der Drau geladen.
Dir. Thomas Schell und akad. Heim- und Pflegedienstleiterin Eva-Maria Sachs-Ortner stellten den zahlreichen Gästen das Projekt des Umbaues und der Neugestaltung des Heimes vor. Die schöne Feier wurde vom Frauenchor „Die Liesner“ umrahmt. Die Segnung des Hauses wurde von Stadtpfarrer Mag. E. Windbichler und Pfarrer Senior Mag. Oliver Prieschl vorgenommen.
 Eva-Maria Sachs-Ortner wies in der Eröffnungsrede auf ihr besonderes Anliegen der Pflege im Marienheim hin: „Wir bemühen uns um die Autonomie von Menschen, auch wenn Defizite das Leben begleiten." Bei bester Versorgung mit Speis und Trank wurde mit den Bewohnern des Heimes, mit zahlreichen Ehrengästen, mit Freunden, mit Kollegen anderer Heime und mit den Mitarbeitern gefeiert.
Um den Lesern einen Eindruck vom „neuen Marienheim" zu geben, präsentiere ich meine persönlichen Eindrücke. Das Marienheim bietet 75 Heimbewohnern einen Platz zum Leben. Die Neugestaltung ermöglicht die Umsetzung des Wohngruppenkonzeptes (Lind, 2005), welches sich in verschiedenen Ländern (u. a. Schweden, Frankreich, Großbritannien und den USA) als wohnungsähnliches Setting für eine überschaubare Anzahl von Bewohnern durchgesetzt hat.
Die Idee der Wohngruppenbetreuung gehört zu den Empfehlungen der Ausstattung für Demenzkranke. In diesem Raumprogramm lässt sich ähnlich einer früheren Wohnung räumliche Nähe mehrerer Menschen empfinden. Das soziale Milieu führt zur Steigerung der Kontakte zwischen den Bewohnern einerseits und zwischen den Bewohnern und Pflegekräften andererseits. Die Eigenbeschäftigung der Heimbewohner wird diesen Wohngruppen gegenüber üblichen Stationen in Heimen gefördert.
 Das Wohngruppenkonzept soll nach dem Normalitätsprinzip ausgerichtet sein. Das verlangt, dass die Raumausstattung den alltäglichen Gegebenheiten in Privathaushalten ähneln soll. Das Zentrum der Wohngruppe besteht nach dem französischen Cantou-Ansatz aus einer großen gemütlichen Wohnküche, in der die Aktivitäten rund ums Essen stattfinden. Somit sind die Bewohner sinnvoll beschäftigt und es gibt viele Gelegenheiten, andere Heimbewohner bei ihren Tätigkeiten zu beobachten (Lind, 2005).
Im Marienheim sind 12 Wohngruppen eingerichtet. In jeder Wohngruppe leben 12- max. 13 Heimbewohner, die von den zur Wohngruppen gehörenden Pflegepersonen begleitet werden. Besonders zu erwähnen ist die verschiedene möbilare Ausstattung der einzelnen Wohngruppen. Außer der unterschiedlichen Ausstattung unterstützt die unterschiedliche Farbgestaltung die räumliche Orientierung der Heimbewohner. Einzigartig ist, dass zu jeder Wohngruppe eine Loggia gehört, die mit Sitzmöbeln, Kästen und Pflanzen ausgestattet ist und die Bewohner einladen wird, ihre „Kuchl" zu verlassen und die Sonne zu genießen. Selbstverständlich sorgen die liebevoll gestalteten Orientierungsangebote, dass die Bewohner des Marienheimes sich „Daheim" fühlen können.
Abschließend möchte ich den Verantwortlichen des Sozialhilfeverbandes Spittal a. d. Drau meine Gratulation zur gelungenen Ausstattung des Marienheimes aussprechen.
Autorin: Maria Riedl
|