20 Jahre AGPK PDF Drucken E-Mail
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Die AGPK, die „österreichische Gesellschaft für geriatrische und psychiatrische Fachkrankenpflege sowie angewandte Pflegeforschung“ wurde vor 20 Jahren, am 22. März 1990, in Wien gegründet.

Referententeam
20 Jahre sind eine lange Zeit, und ich möchte allen danken, die dem Verein AGPK über so lange Zeit Treue gehalten haben. Ein Dank auch denen, die in den folgenden Jahren Mitglieder wurden, und denen, die sich nach vielen Jahren mit einem netten Brief oder Mail abmeldeten, weil sie in den Ruhestand gingen oder eine neue berufliche Orientierung fanden.

Ein Schwerpunkt der AGPK war immer die Fortbildungsarbeit für KollegInnen der Pflege, dazu wollte der Verein wissenschaftlichen Ansprüchen genügen und führte empirische Pflegeforschung durch. Die Inhalte der Ausbildung haben sich zum erfolgreichen „Integrativen Pflegekonzept“ von Maria Riedl weiter entwickelt.

Als 2002 Maria Riedl zur Obfrau gewählt wurde, trat der erste Obmann E. Böhm aus der AGPK aus, die Lehrer der Wiener Psychiatrie begannen sich abzuspalten. Damals erlebten wir die Trennung als schwere Krise, heute halte ich sie für einen ausgesprochenen Glücksfall. Ein wissenschaftlicher Verein braucht keinen Nostalgiker und Kabarettisten. Die Pflege muss sich an die aktuelle Wissenschaft anschließen, um sich entwickeln zu können. Es gibt nur eine Wissenschaft, das ist die aktuelle.

Die Theorien der Zeit vor 100 Jahren sind unbrauchbar, dazu ein Beispiel: Der psychiatrische Oberpfleger Erwin Böhm, Prof. h.c., baute seine Theorien auf dem Dualismus von Freud auf. „Gerade im Alter wird die Teilung unseres kognitiven Apparates, die Teilung unserer Psyche in zwei Bereiche immer deutlicher. Man irrt in der Thymopsyche und Noopsyche umher, wird in sich durch sich selbst verwirrt“. (Böhm 1999, S. 27, 137). - „... welche Vorstellung von der Struktur des seelischen Apparates wir uns während der analytischen Studien gebildet haben.“ (Freud, Die Frage der Laienanalyse 1926). Wer außer Böhm sagt heute zur Psyche noch "Apparat"?

Die Begriffe Noopsyche und Thymopsyche stammen nicht von Freud, werden in der Psychiatrie aber schon lange verwendet. Sie wurden von E. Stransky (1877-1962, Psychiater und Universitätsprof. in Wien) in einem Artikel 1904 veröffentlicht. Die Noopsyche ist die verstandesmäßige, intellektuelle Seite der menschlichen Psyche, die der Thymopsyche (Gemütsseite) gegenübersteht.
Böhm baut seine Theorie sowie die Vorträge darüber kabarettistisch auf diesem überholten Begriffspaar auf. Das ist das genaue Gegenteil von „ganzheitlich“. Und auch Böhms „Psychobiographie“ (tiefenanalytische Deutung der Biographie) ist eine Erfndung von S. Freud. (Beispiel: Die frühe Beendigung der Lehrpflegertätigkeit von Böhm bewirkte bei ihm eine starke Kränkung und führte zur Überkompensation. Jetzt zeigt er der ganzen Welt, dass er auch mit seinem psychiatr. Pflegediplom ein Vortragender ist, der das Nostalgiewissen eines Freud kabarettistisch beherrscht.)

Kongress Villach 2006 mit Prof. Dr. Petzold

Durch Böhm's Austritt aus der AGPK und die Abspaltung der Wiener Lehrer wurde der Weg zu einem ganzheitlichen Pflegeprozess mit wissenschaftlicher Fundierung für Frau Maria Riedl frei, das Integrative Pflegekonzept konnte entstehen.

Das IPK verzichtet auf die Psychobiographie  und auf das Übermaß an Freudscher Psychoanalyse des Psychiatriepflegers Böhm. Auf den sicheren wissenschaftlichen Grundlagen von Prof. Dr. mult. H. Petzold konnte das Pflegekonzept neu aufgebaut werden. Prof. Petzold war Hauptredner am AGPK-Kongress 2006 in Villach, er steht positiv zum IPK.