20 Jahre ÖBV für Gedächtnistraining

Autorin: Maria Riedl

Am 6. Oktober 2016 feierte der Österreichische Bundesverband für Gedächtnistraining (ÖBV-GT) sein 20-jähriges Bestehen. Was ist dabei für das IPK® bedeutend?

Hintergrund

Ich selber habe die Ausbildung zur Gedächtnistrainerin im Jahr 1999 abgeschlossen. Seit dieser Zeit beschäftige ich mich intensiv mit vielen verschiedenen Methoden, das Gedächtnis zu trainieren. Als ich meine ersten Anwendungen als Lehrerin in der Gesundheits- und Krankenpflege mit SchülerInnen durchführte, zeigte sich, dass Gedächtnistraining für jedes Alter wichtig ist. In den klinischen Unterrichtsstunden in den Heimen konnte ich die Auszubildenden motivieren, regelmäßig mit Heimbewohnern das Gedächtnis zu trainieren.

Ich bringe bis heute als Vortragende diverser Ausbildungen das Gedächtnistraining in alle meine Unterrichtsstunden ein. Für mich selbst und für alte Menschen wende ich seit 1999 das Training regelmäßig an. Zur Anpassungshilfe an das Altern empfehle ich im IPK® Gedächtnisangebote als einen der Schwerpunkte. So sind in jeder IPK®-Ausbildung Angebote enthalten, das Gedächtnis zu trainieren.

Aufgrund meiner Überzeugung für diese wertvolle Methode bin ich seit 1999 aktives Mitglied im ÖBV-GT und freue mich mit dem Vorstand über den Erfolg, das 20-jährige Bestehen feiern zu können.

Entstehungsgeschichte des Gedächtnistrainings in Österreich und Verbindung zum IPK®

Dr. med. Franziska Stengel war die Pionierin des Gedächtnistrainings in Österreich. Sie war lange Jahre Chefärztin in Wien-Lainz, dem größten städtischen Altenzentrum in Wien. Ihre wissenschaftlichen Aufsätze und Bücher ab 1970 belegten die Bedeutung von Gedächtnistraining bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte (Ladner, 1997).

In Deutschland erkannte man die wertvollen Erkenntnisse Stengels. Um das Wissen zu verbreiten, wurde der deutsche Bundesverband für Gedächtnistraining gegründet.

Eine Ausbildnerin in Deutschland und die erste Ausbildnerin in Österreich nach der Methode Stengel war Monica Kaiser-Lindenberg (im Bild links). Ihr ist zu verdanken, dass sie über den deutschen Bundesverband für Gedächtnistraining das Wissen nach Österreich zurückbrachte.

1997 wurde der österreichische Bundesverband für Gedächtnistraining gegründet. Ausbildungen zur GedächtnistrainerIn wurden angeboten. Ich nahm an der zweiten angebotenen Ausbildung teil.

Franziska Stengel verstarb am 28. August 1997.
Schon damals war die heutige Obfrau des Vereins, Mag. Monika Puck, (im Bild rechts) meine Ausbildnerin, die mich zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Gedächtnistraining motivierte. Seit dieser Zeit (1997) besteht auch die Verbindung Riedl IPK® und Puck ÖBV-GT.

Der ÖBV-GT nach 20 Jahren

Heute hat der Verein sein Angebot erweitert und aktualisiert. Längst ist bekannt, dass unser Gedächtnis in jedem Alter trainiert werden muss.

In ihrer Festrede zum 20-jährigen Jubiläum betonte die Obfrau Mag. Monika Puck (im Bild): „Gedächtnistraining ist etwas für Menschen, die Hirn haben. Mit Gedächtnistraining können wir unser Gehirn optimal nutzen. Wer fit bleiben will, geht zum Gedächtnistraining. Also: wer Hirn hat, trainiert es!”

Aus diesen Worten ist klar zu erkennen, dass die Zielgruppe von Gedächtnistraining erweitert wurde. Nicht nur Menschen in der zweiten Lebenshälfte, wie einst von Stengel erforscht und empfohlen, sondern alle Menschen brauchen die Methode des Gedächtnistrainings, um ihr Gehirn optimal nutzen zu können.

2011 wurde der europäische Dachverband für Gedächtnistraining gegründet. 
Trainings und Ausbildungen werden heute in der Gedächtnistrainings-Akademie in Salzburg, Dr. Franz-Rehrl-Platz 2 angeboten.

Nähere Informationen unter: 
www.gedaechtnistraining.at

Die Zielgruppen für Gedächtnistraining heute sind:

Fazit

Aus dem Artikel zur 20-Jahrfeier ist klar erkennbar, dass Gedächtnistraining für alle Menschen wichtig ist, um das Gehirn effizient zu nutzen, sich so lange wie möglich fit zu halten und bei kognitiven Einschränkungen die Lebensqualität zu verbessern, da das Selbstbild positiv beeinflusst werden kann.

Wir gratulieren herzlich den Verantwortlichen für Österreich, allen voran Mag. Monika Puck. Wir wünschen den Verantwortlichen des österreichischen Bundesverbandes viel Energie, um diese wertvolle Methode bestens in unserem Staat und in Europa immerwährend zu positionieren.

Literatur